Mein Überleben in Kolbouszowa oder
Coffee Beans For A Life
     


Stab

Produzenten

Producer
Aufnahmeleitung
Drehbuch
Regie
Kamera

Ton
Schnitt

Filmmusik



Mischung
Redakteur


Clementina Hegewisch
Laurens Straub
Andreas Goldstein
Alicja Schatton
Helga Hirsch
Helga Hirsch
Piotr Lenar
Albert Maysles
Marek Slaski
Katarzyna Maciejko-Kowalczyk
Ludmilla Korb-Mann
Jossif Gofenberg
Symcha Keller
Astrid Hengst
Theodor Hotze
Sebastian Reuter
Justus Boehncke (RBB)



Förderungen




Synopsis

Norman Salsitz ist 85 Jahre alt als er im Sommer 2004 zum ersten Mal seit 1945 sein Geburtsland Polen, seine Heimatstadt Kolbuszowa in Südpolen und dort sein Elternhaus betritt. Er bringt nicht nur seine amerikanische Tochter und drei Enkel mit, sondern auch ein Filmteam, das ihn begleitet. Und er trägt immer noch seinen alten Groll, seine Trauer und seine Rache mit sich. Groll gegen den polnischen Widerstand, der nicht gemeinsam mit den Juden, gemeinsam mit ihm gegen den Feind gekämpft hat. Trauer um den Verlust seiner nächsten Familie und seiner Freunde. Rache für den Tod des Vaters und für den Verlust aller Dinge, die er liebte.

Der Film zeigt Norman Salsitz, der früher Naftali Saleschütz hieß, bei dieser Reise in die Vergangenheit, die gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit dem Heute ist. Naftali ist kein typisches Opfer, er floh aus dem Ghetto in die Wälder und überlebte, weil er kämpfte und sich wehrte. Und er überlebte, weil er Polen fand, die ihm halfen.
Naftali ist auch nicht immer symphatisch, er streitet laut und ungerecht mit den jetzigen Bewohnern seines Vaterhauses, er verweigert nicht sehr freundlich das Gespräch mit einer Polin. Er ist auch nicht ohne Schuld: er tötete einst einen Mann und verursachte den Tod eines Anderen. Aber Naftali ist auch sehr charmant und liebenswert, wenn er eine alte Liebe besucht oder die Tochter der Polin, die ihm während des Krieges vermutlich das Leben rettete.

Die Dokumentation zeigt spannend, fesselnd und emotional, wie ambivalent und schwierig Geschichte und Erinnern sind. Sie zeigt, wie tief die Wunden auf beiden Seiten sind und traut sich, lange tabuisierte Themen zu diskutieren. Und über diese Diskussion und über die Offenheit und Direktheit der Auseinandersetzung findet sie letztlich zu einem versöhnlichem, mit Hoffnung versehenem Ende: Es ist möglich, zu reden, gemeinsam zu singen, zu lernen, sich zu erinnern und sich den Erinnerungen zu stellen.